Haben Sie einen Knick in der Optik?

Vergenz wird die unterschiedliche Winkelstellung der beiden Augen genannt, um ein fokussiertes Objekt in der Nähe oder Ferne klar zu sehen. Wenn die Vergenz sauber funktioniert, dann werden im Gehirn zwei kongruente Bilder abgeliefert, man spricht hier auch von beidäugigem Sehen. Konvergenz besteht, wenn beide Augen einen bestimmten Punkt im Nahbereich fixieren und sich nach innen drehen; in der Ferne, beginnend ab ca. 6 Metern Abstand, spricht man von Divergenz, was bedeutet, dass beide Augen nach vorne schauen und fast parallel zueinander stehen.

Um nun eine konvergente Augenstellung zu erhalten, müssen sich die inneren Augenmuskeln stark zusammen ziehen, während für eine divergente Augenstellung alle 6 Augenmuskeln etwa den gleichen Zug haben. Folglich belastet das Sehen im Nahbereich speziell zwei Muskeln, was auf längere Zeit gesehen zu einer „Verkrampfung“ führen kann. In der Ferne dagegen ist der Muskeleinsatz etwa gleich verteilt und wird somit oft als angenehmer empfunden. Spannend ist, dass bei Augenbewegungen immer das dominante Auge führt und das andere folgt.

Wann verläuft ein Seheindruck sauber?

Idealerweise verlaufen unsere Augenbewegungen fließend, beide Augen stehen jeweils im gleichen Winkel zum fixierten Objekt. Damit bekommt unser Gehirn von beiden Augen ein perfektes Bild abgeliefert, das entsprechend zu einem einzigen, klaren Bild fusioniert wird.

Abweichungen vom Ideal

Falls der Sehwinkel nicht gleich ist, liefern beide Augen unterschiedliche Seheindrücke, was dazu führt, dass wir entweder Doppelbilder sehen oder unser Gehirn bei Fusion der Bilder entscheidet, einen der beiden Seheindrücke auszublenden (Suppression). Dieses Phänomen tritt z.B. bei Schielern (Strabismus) auf. Hier ist einer der Augenmuskeln gelähmt, zu lang oder zu kurz, was dazu führt, dass die Augen nicht mehr parallel geführt werden können. Ggf. kann hier ein operativer Eingriff helfen, diese Diskrepanz zu korrigieren.

Kennen Sie dieses  Phänomen? Sie haben den ganzen Tag am Bildschirm, also im Nahbereich gearbeitet und blicken danach spontan in die Ferne, können den Seheindruck jedoch nur mit Anstrengung scharf stellen. Das liegt daran, dass die „inneren“ Muskeln dauerhaft angespannt waren, während alle anderen Augenmuskeln quasi nichts zu tun hatten –eine Konvergenz-Verkrampfung entsteht. Die Umschaltung auf eine divergente Stellung klappt nicht reibungslos, weil die Augen immer noch in einem leichten Winkel zueinander stehen und eine Weile brauchen, bis sich die Daueranspannung lösen kann.  Diese Thematik können Sie umgehen, wenn Sie regelmäßig Vergenz- und Motilitätsübungen in Ihren Alltag integrieren.

Visualtraining: Tun Sie es für sich!

Damit das Zusammenspiel beider Augen optimal unterstützt wird und beweglich bleibt, empfehlen wir Ihnen, immer wieder Vergenzübungen in Ihren Alltag zu integrieren. Hier gibt es neben reinem Muskeltraining auch Übungen, um beidäugiges Sehen zu fördern, so dass zukünftig wieder beide Seheindrücke bei der Gehirnintegration berücksichtigt werden.

Damit Sie gleich loslegen können, empfehlen wir Ihnen unsere Übungsangebote auf der Homepage. Alternativ können Sie sich auch gerne zu einem unserer train&see Workshops anmelden und live die Möglichkeiten kennen lernen.